Ich wische, also bin ich

Social Media versus Fernsehen?
Follower versus Zuschauende?
Wischen versus zappen?

Tipps von einer Expertin gegen den algorithmischen Bedürfnisrausch.

KI-generierte Figuren Klara Kontext, Claudia Puzik als Expertin für Realitätsbewältigung und Richy Rampenlicht sitzen im Fernsehstudio am Newsdesk; Klara und Richy blicken konzentriert in ihre Smartphones, während Claudia leicht irritiert und wissend zu ihnen schaut – kurz vor der Live-Sendung.

„Aussagekräftig interviewt“: Klara Kontext trifft die Expertin für Realitätsbewältigung (Links 😉).

Von Gottschalk bis MrBeast

Früher versammelte man sich am Samstagabend vor dem Fernseher und glaubte noch an eine gewisse Ordnung: Von Gottschalk bis Hildebrandt, von der Tagesschau bis zur heute-show – die Welt war zwar kompliziert, aber gefühlt weit weg. Sender und Empfänger waren getrennte Instanzen – zumindest in unserer Vorstellung.

Das hat sich mit den sozialen Medien geändert – und schuld sind Einschaltquoten und Klickraten. „Wetten, dass..?“ erreichte in Spitzenzeiten über 20 Millionen Zuschauende. Heute erreicht ein einzelnes Video von MrBeast allein über 100 Millionen Aufrufe, und man hat den Eindruck, dass das erst der Anfang ist, denn die algorithmischen Spione haben einen Auftrag: dich dauerhaft zu ködern.

Freunde versus Fans.
Reagieren versus Denken.
KI versus Mensch.

Die sozialen Medien haben längst alle Generationen gepackt. Ich beobachte, wie mich der Algorithmus von Facebook, Instagram oder YouTube in den Bann zieht. Wie mich meine Reflexe bestimmen: Daumen hoch. Herzchen drauf. Und in ganz besonderen Momenten teile ich einen Inhalt, weil ich ihn für megawichtig halte.

Mein Herz bleibt dem Fernsehen treu – und gleichzeitig hat mich das, was das Internet und Social Media vor rund 15 Jahren ermöglicht haben, fasziniert. 2015 konnten wir über Facebook noch über eine längere Zeitspanne hinweg Diskussionen führen. Wir wurden unter unseren Freunden oder Followern gesehen und diskutierten nachhaltig – heute wischt der Feed den nächsten Köder vor mein gefräßiges Maul.

Aus der Serie: Madame PiPaPo la Platitüt

Gehirn 2.0 – wahr ist nur was wahrgenommen wird

Funktionierte das Gehirn 1.0 noch analog – mit einer Aufmerksamkeitsspanne von weit mehr als 30 Sekunden, ist das Gehirn 2.0 längst auf Dauerreaktion programmiert – schneller im Wischen als im Denken? Unsere Aufmerksamkeitssynapsen wurden leise umprogrammiert. Die neuronale Taktung passt sich deinem Swipe-Rhythmus an.

Du bist das algorithmische Leckerli und glaubst, du wählst das Menü

Die Aufmerksamkeitsindustrie hat es auf deine Reaktion, deine Emotion abgesehen. Ein Wisch – und der Algorithmus weiss, wo du hängen bleibst. Er registriert deine Empörung, speichert deine Vorlieben und entscheidet aufgrund deiner Reaktionen, was du morgen sehen wirst. Für die passenden Werbetreibenden bist du das gefundene Fressen. Aber was macht es mit dir? Wenn du dich diesem Strom überlässt, bekommst du am Ende vor allem den eigenen Horizont gespiegelt.

Du treibst im Feed deiner persönlichen Bedürfnislogik. Deine Wisch-Laune und Klickrate entscheiden, was dir begegnet – und was verschwindet.

Aussagekräftig interviewt

Mein kleines me&KI-Format „Aussagekräftig interviewt“ fordert noch ganz im lorioschen Sinn eine gewisse Passion für menschliche Eigenartigkeiten. Hier spricht die investigative Senderchefin Klara Kontext mit der Expertin für Realitätsbewältigung über diese Anforderungen an uns und sie hat drei Thesen für Dich.

Sollte es dir gefallen, bist du vermutlich noch mit einem Gehirn der Generation 1.0 ausgestattet – inklusive Aufmerksamkeitsspanne und Restzweifel.

Dann passen wir gut zusammen.

Es grüsst Dich wie immer mit puzischen Augenzwinkern 

Deine Claudia

„Aussagekräftig interviewt“ mit Klara Kontext im „Life Broadcacast“ 😁

6 Kommentare

  1. Lieber Klaus
    Dann hat man seinen eigenen Content gesehen? 🤪 Oder man landet in der Schweiz 😁
    Peace ✌️and Love 🫶

  2. Was ist, wenn man sich wegwischt???? Wohin kommt man dann?

  3. Ja, kommt wieder mehr, ist im Umbau, lieber Norbert

  4. Ich wische, also bin ich hier bei dir gelandet. Weiter so … auf Insta ist es aber still geworden.

  5. Das gibt Hoffnung, lieber Uli. 👍

  6. …dann gehört mein Gehirn offensichtlich noch zur Generation 1.0 😉

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